Grenadiergesellschaft

Wer sind wir?

Seit 1820 gibt es die Willisauer Herrgottsgrenadiere.
Gegründet wurde die Gesellschaft laut Statuten: „zum Heben der Feierlichkeiten am Fronleichnamsfest und am Heilig-Blut-Ablassfest“. 

Der Bestand der Mannschaft besteht seit der Gründung aus 18 Mann:

  • 1 Hauptmann (Leo Birrer)
  • 1 Feldweibel
  • 1 Wachtmeister
  • 1 Korporal
  • 1 Gefreiter
  • 13 Soldaten

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Ein prächtiges Brauchtum feiert sein 200-jähriges Bestehen

Pünktlich zum glanzvollen Jubiläum ist das Video über die Herrgottsgrenadiergesellschaft Willisau erschienen. Siehe: https://www.youtube.com/watch?v=eQsO88BFCe0

«Die Grenadiergesellschaft Willisau bezweckt die Hebung der Feierlichkeiten am hohen Fronleichnamsfeste und am Heilig-Blut-Ablassfest, eventuell auch an - von der Kirchenverwaltung bestimmten – Anlässen.»
So beginnen die Statuten der Willisauer Herrgottsgrenadiere welche seit 1945 in dieser Form bestehen.
Diese stolze Gesellschaft ist zusammen mit der Corporis Christi Bruderschaft – den Kanonieren – nicht mehr aus Willisau wegzudenken. Zudem gibt es im Kanton Luzern nur noch in Sempach eine ähnliche Bruderschaft. Gegründet wurde die Gesellschaft 1820 von der damaligen Korporation Willisau. Diese stellte bis 1846 die Männer für die Gesellschaft.

Seit 1863 bestehen die Grenadiere aus 18 Mitgliedern: einem Hauptmann, einem Feldweibel, einem Wachtmeister, einem Korporal, einem Gefreiten und 13 Soldaten.

Französische Uniform
Die Uniform – wahrscheinlich anfänglich von den Franzosen geschenkt – besteht aus: einem scharlachroten Frack mit Einsatz, gelb-passe-poliert, mit gelbem aufstehendem Kragen, mit gelben, etwas erhöhten Knöpfen. Dazu kommen weisse Epauletten und lange weisse Beinkleider. Den Kopf ziert eine hohe Bärenmütze (heute Lammfell) mit weissem Geschling und weissem Strauss für Kadus und rotem Strauss für die übrige Mannschaft. Ganz wichtig sind Säbel und Patronentaschen mit weisser Bandelierung und das Feuerschlagwerk mit Bajonett.

20 Rappen Busse
Während dem Dienst herrschten strenge Vorschriften, welche bei nichteinhalten gebüsst wurden, wie zum Beispiel: unruhiges stehen, unziemliches Lachen, nicht richtiges Einlaufen in die Kirche oder sich und das weibliche Geschlecht mit Wein berauschen. Es gab Zeiten, da wurde praktisch jedes Mitglied mindestens einmal mit 20 Rappen gebüsst. Der Hauptmann zahlte das Doppelte. 1859 belief sich das Bussgeld auf stolze 12 Franken 80. Diese Bussen werden auch heute noch eingezogen nur hat sich der Betrag auf 5 Franken erhöht!

Retablieren, exerzieren
An der Vorversammlung wird über die beiden Auftritte an Fronleichnam und am Heilig-Blut-Ablassfest orientiert. Hierbei ist auch der Uniformencheck – in der Fachsprache das Retablieren – ein wichtiges Thema. Und natürlich darf die Kameradschaft bei diesem Treffen nicht zu kurz kommen.
An Fronleichnam und Heilig-Blut-Ablassfest trifft man sich bei der Festhalle in Willisau. Hier wird dann auch die Wacheinteilung für das Heilig-Blut-Reliquiar abgemacht. Natürlich wird das „Zuspätkommen“ immer noch mit 5 Franken gebüsst. Wenn alles in Ordnung ist, wird noch auf ein gutes Gelingen angestossen. Ein wichtiges Element bei den Vorbereitungen ist das exerzieren auf dem Festhallenplatz. Hier werden noch einmal die diversen Kommandos inklusive Ladekontrolle geübt.

In Zweier-Kolonne geht es dann zur Pfarrkirche, wo man beim Haupteingang auf den Priester wartet. Mit ihm zusammen findet der feierliche Einzug in die Kirche statt.
Während den Gottesdiensten an Fronleichnam und am Heilig-Blut-Ablassfest stehen die 18 Grenadiere in der Pfarrkirche im Chor und begleiten mit ihrem Dienst den Gottesdienst. Hier werden dann die bestimmten militärischen Befehle, welche durch den Hauptmann gegeben werden, erfüllt (der seit 200 Jahren umstrittene Kniefall während der Wandlung wird übrigens nicht mehr gemacht).
Anschliessend an die Gottesdienste begleiten die Grenadiere noch die beiden Prozessionen und geben diesen eine würdige Umrahmung.

Verschobenes Fest
Geplant war dieses Jahr ein grosses Fest zur Feier des 200-Jahr-Jubiläums. Leider fiel oder fällt dieses dem Corona-Virus zum Opfer.

Die Grenadiere werden aber 2021 diesen Anlass nachholen. Freuen wir uns dann auf ein grossartiges Fest 200 + 1 Jahre.

«Möge Glück und Gottessegen und der Geist treuer Kameradschaft in der Grenadiergesellschaft walten auf immerdar». (Schlusssatz in den Statuten)
 

Evelyne Huber-Affentranger, Kirchgemeindepräsidentin Kath. Kirche Willisau